3 Psychologische Sackgassen mentaler Verkehrsführung

In psychologischen Sackgassen kommen Sie nicht weiter!
In psychologischen Sackgassen kommen Sie nicht weiter!

Psychologische Sackgassen sind wirklich eine ziemlich heimtückische Eskapade mentaler Verkehrsleitrichtlinien.
Einmal kurz nicht aufgepasst und – schwupp – stecken Sie auch schon mitten drin in der stolpersteinigen und  wendefeindlichen Gedankenfalle.

Das gibt es doch gar nicht!

„Das kann ich nicht!“

Wenn ich diesen Satz höre erinnere ich mich unweigerlich an kleine Kinder und die ohnmächtige Reaktion, wenn sie einen Kletterturm nicht hochkommen oder an den eigenen Schnürsenkelverbindungen scheitern. Auch beim Gang auf die Toilette flutscht dieser Spruch zuweilen mit heraus, wenn der Allerwerteste dabei mal wieder baden gegangen ist und der Kopf hilflos und von beiden Füßen flankiert aus dem Porzellan schaut.

Was ist so gefährlich daran?

Lebensgefährliche Hochspannung
Lebensgefährliche psychologie Sackgasse!

Mit diesem Statement schaffen Sie es niemals aus der Porzellanschüssel heraus und ich kann nur für Sie hoffen, dass Sie auf einem Tiefspüler sitzen! Sie ersticken ja noch vor dem Keimen jeglichen Lösungsansatz. Doch nicht nur das. Zeitgleich verbieten Sie Ihrem Geist auf sadistischste Weise, seinem Naturell zu entsprechen und die Situation zu analysieren, um eben doch noch eine vernünftige Lösung zu finden. Wenn jetzt noch jemand die Klospülung betätigt, dann will ich meiner Phantasie besser nicht freien Lauf lassen…

Verkehrspsychologische Umleitungsmaßnahmen

Sobald Sie wieder trocken sind müssen Sie sehr tapfer sein! „Das kann ich nicht“ gibt es nämlich so gar nicht. In meinen Augen gibt es lediglich zwei gedankliche Autokorrekturen für dieses psychologische Fiasko:

1.) „Das kann ich noch nicht.“ oder

2.) „Das will ich nicht.“

Beide Einstellungen haben ihre Daseinsberechtigung und helfen Ihnen aus dem sonst so gedanklich ausfahrtlosen Kreisverkehr mit Übelkeitsgarantie. Sie zeigen damit nämlich glasklar, dass Sie Ihre aktuellen Fähigkeiten in diesem Zusammenhang kritisch und objektiv einschätzen (1.)) oder sich bewusst gegen diese Aufgabe oder Fähigkeit entscheiden (2.)).

Beruflich kann ich Ihnen lediglich noch ein letztes, klitzekleines Schlupfloch anbieten, damit der Entzug von diesem liebgewonnenen Arbeitsverweigerer nicht ganz so hart wird:

„Das kann ich nicht, weil

Durch eine profunde Begründung bringen Sie nämlich zum Ausdruck, dass Sie eine Anfrage nicht einfach so abblocken. Stattdessen zeigen Sie, dass Sie konkrete Aspekte haben, welche eine erfolgreiche Bearbeitung noch erfolgreicher verhindern. Natürlich vorausgesetzt, Sie lassen dem „weil“ nicht ein “ ich keine Lust habe!“ oder Ähnliches folgen…

„Das geht nicht!“

Das sollte sich jeder zu Herzen nehmen...
Das sollte sich jeder zu Herzen nehmen…

Bei diesem Satz muss ich unweigerlich an einen ehemaligen Kollegen denken, den ich des Öfteren wegen technischer Realisierungen konsultieren musste. Beinahe jede Anfrage meinerseits wurde zunächst konsequent in diese unvorteilhafte psychologische Sackgasse abgebogen. Vielleicht hatte er aber auch nur zu viele Star Trek-Folgen gesehen und wollte in Scotty-Manier glänzen á la „Scotty: Dafür brauche ich mindestens 6 Wochen! Kirk: Ich gebe Dir 4 Stunden. Scotty: Ok, ich mach´s in zwei!“

Dabei war das Erstaunliche am Ende unserer Gespräche immer, dass es dann doch irgendwie gar nicht so unmöglich war und sogar mit oftmals wenig Aufwand.

Was ist so gefährlich daran?

Auch diese Aussage nimmt Ihnen jedwede Hoffnung auf eine Lösung für Ihre Herausforderungen. Und Sie bringen damit unmissverständlich zum Ausdruck, dass Sie das Thema Lösungsfindung gedanklich auch schon endgültig abgehakt haben. Entweder geht etwas mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht, zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht (z. B. technologische Entwicklung) oder aus anderen Gründen. Diese sollten Sie dann aber auch in diesem Zusammenhang aktiv nennen, damit Ihr Gegenüber weiß, dass Sie sich intensiv mit dem Thema beschäftigt haben. Nennen Sie alle (sinnvollen) Aspekte und Lösungsansätze, die Sie ausprobiert haben und was dabei nicht den gewünschten Effekt erzielt hatte.

Erst neulich musste ich einem meiner Kunden gleich zu zwei Aufgabenstellungen mitteilen, dass sie mit den gegebenen Möglichkeiten nicht realisierbar sind. Dabei habe ich dann aber auch ziemlich detailliert meine Vorgehensweise bei der Lösungsfindung erläutert – und die klägliche Ausbeute nicht erfolgversprechender Ergebnisse. So konnte ich in einem der beiden Fälle immerhin zutage fördern, dass es in einer früheren Software-Version mal eine technisch alternative Lösung gab und in einer neueren Version sogar in richtig eleganter Form. Mein Auftraggeber hatte dadurch zumindest eine Vorstellung davon, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssten, um seinen Wunsch zu erfüllen (Stichwort: Release-Wechsel).

Zusätzlich konnte ich ein Gefühl dafür vermitteln, welche Aspekte bereits geprüft wurden und wie meine Vorgehensweise dabei war. Auch dadurch konnte ich meinem Kunden zu einem besseren Verständnis meiner Arbeitsweise und den aktuellen Herausforderungen verhelfen. Ich bin davon überzeugt, dass diese Art der offenen Kommunikation und Information eine nachhaltig positive Wirkung auf Zusammenarbeit und Vertrauen hat. Sie werden dadurch einschätzbarer, was in meinen Augen für eine professionelle Zusammenarbeit essentiell ist.

Verkehrspsychologische Umleitungsmaßnahmen

Ich habe es gerade schon angedeutet. Professionelle Kommunikation und Information sind die Schlüssel für eine bessere Zusammenarbeit. Denn sie schaffen Transparenz und vermitteln ein Gefühl für die aktuellen Herausforderungen, die Sie an der erfolgreichen Lösung eines Aufgabenstellung hindern. Erläutern Sie das Warum – idealerweise per KLV-Prinzip – und fassen Sie die erforderlichen Aspekte zusammen, die für eine Lösung erforderlich sind bzw. diese verhindern.

Oder ein wenig mathematischer ausgedrückt:

Eine aussagekräftige Begründung
+ Alternativen
+ konkrete Lösungsvorschläge inkl. Empfehlung und natürlich Begründung
– Ausreden und verschleierndes Bla Bla
= professionelle Vorgehensweise!

Also diese mathematische Gleichung sollte ja wohl jeder von uns lösen und  verinnerlichen können…

„Wir haben ein Problem!“

Kein Problem - höchstens eine Herausforderung!
Kein Problem – höchstens eine Herausforderung!

Klar, manch einer von Ihnen wird vielleicht sogar sagen, dass nicht er, sondern die anderen ein Problem haben. Aber auch das ist meines Erachtens nicht ganz korrekt. Vielleicht liegt es ja an meiner persönlichen Einstellung zu dem Wort „Problem“, aber ich verbinde mit diesem immer eine negative, hilflos-resignierende Haltung zu einer Aufgabenstellung.

Was ist so gefährlich daran?

Die Verwendung des Wortes „Problem“ birgt in meinen Augen die Gefahr, dass Sie Ihren Blick nicht mehr auf die möglichen Auswege fokussieren, sondern sich nur noch auf die negativen Facetten des Status Quo konzentrieren. Dies kann sehr schnell in einer Spirale neurologischer Kettenreaktionen münden, aus der Sie nur mühsam wieder heraus kommen. Sehr viel besser und noch dazu entspannter fahren Sie schon mit der folgenden klitzekleinen Anpassung Ihres Wortschatzes.

Verkehrspsychologische Umleitungsmaßnahmen

Streichen Sie bitte das Wort „Problem“ aktiv und nachhaltig aus Ihrem Wortschatz! Erlaubt ist meines Erachtens nur das Wort „Herausforderung“, da es gleich auf mehrere Arten den Geist öffnet:

  • Sie stehen dem Thema aufgeschlossen gegenüber.
  • Die Lösbarkeit dieser Herausforderung ist für Sie unumstößlich.
  • Gedanklich arbeiten Sie schon intuitiv an einer Lösung für Ihre Aufgabenstellung.
  • Ihrem Gegenüber vermitteln Sie ebenfalls ganz automatisch, dass seine Herausforderung mit Ihrer Hilfe gemeistert werden kann.

Psychologische Sackgassen aktiv beseitigen

Ertappen Sie sich oder Ihr Umfeld mal wieder dabei, dass freudig blinkend in psychologische Sackgassen abgebogen wird? Prima! Dann haben Sie nämlich Ihre internen Sensoren schon bewusst oder unbewusst auf psychologische Sackgassen und deren automatische Erkennung eingestellt und können Gegenmaßnahmen einleiten.

Quintessenz

Immer schön im Blick behalten: die Quintessenz!
Immer schön im Blick behalten: die Quintessenz!
  • Psychologische Sackgassen sollten Sie schleunigst verlassen – erst einmal erkannt, sollte Ihnen das mit den oben genannten Tipps nicht mehr allzu schwer fallen.
  • Schulen Sie Ihre Sensoren und reflektieren Sie bewusst über Situationen, in denen Sie psychologische Sackgassen erkannt haben. Dies hilft Ihnen immens dabei, sie zukünftig erfolgreich zu umfahren!
  • Unterstützen Sie auch Ihr persönliches Umfeld bei der Abschiednahme von diesen so vertrauten psychologischen Schnürsenkelverknotern. Für eine noch effizientere Zusammenarbeit!

Hier geht es wahnsinnig interessant weiter

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