13 wahnsinnig gefährliche Stolpersteine im Projektmanagement – und wirksame Gegenmittel

Das spricht für sich...
Das spricht für sich…

Die berüchtigtsten Stolpersteine des (Projekt)Universums habe ich Ihnen einmal zusammengestellt, damit Sie sich nicht unerwartet in einem „Schwarzen Loch“ wiederfinden. Und dabei sind nicht nur wohlvertraute Schnürsenkelverknoter, sondern vor allem viele zunächst unscheinbare aber ziemlich hinterhältige Zeitgenossen. Also bleiben Sie wachsam und stolpern Sie nicht – oder wenden Sie doch direkt die passenden Gegenmittel an!

Abkürzungen für Eilige

Das „Who is Who“ der Stolpersteine

Projekt-Scope nicht klar definiert

Da wurde bei der Anforderungsdefinition wohl etwas geschlampt...
Da wurde bei der Anforderungsdefinition wohl etwas geschlampt…

Sie sollten eigentlich einen Kleinwagen liefern, aber nun verlangt Ihr Kunde eine Luxus-Limousine?
Oder einen Panzer mit Swimming-Pool im Geschützturm und Seifenblasen-Kanone?
Dann hoffe ich für Sie, dass Sie im Rahmen der Konzeptionsphase den Projekt-Scope sauber definiert haben!
Nur durch eine klare Definition können Sie ein gemeinsames einheitliches Verständnis davon erlangen, was im Rahmen des Projektes genau umgesetzt werden soll.

Verschiedene Methoden können dabei hilfreich sein:

  • Rückfragen stellen zur Klärung offener Punkte (Was meinen Sie genau mit „Geschützturm mit Swimming-Pool“?)
  • Geben Sie die von Ihnen verstandenen Anforderungen mit eigenen Worten wieder (Sie möchten also einen Kleinwagen mit 45 KW, 3-türig, Benziner, grüne Plakette, rot lackiert mit Klimaanlage und Kassettenrekorder.)
  • Fixieren Sie alle Anforderungen schriftlich!
  • Lassen Sie sich die schriftlich fixierten Anforderungen von Ihrem Auftraggeber offiziell bestätigen!
  • Klären Sie frühzeitig Regel- und Sonderfälle – und wie Sie damit umgehen werden (Regelfälle werden auf jeden Fall systemisch abgebildet, Sonderfälle ggf. im Nachgang konzipiert oder generell per abgestimmtem Workaround abgewickelt)
  • Konkrete Beispiele können konkrete Verständniswunder ebenso bewirken wie eine komplexitätsreduzierende Visualisierung – also machen Sie regen Gebrauch davon!

Das Ergebnis muss in meinen Augen immer eine Art Fachkonzept bzw. Pflichtenheft sein und auch ein Laie muss daraus zumindest zu 90% „schlau“ werden können. Lassen Sie es idealerweise auch einmal von Nicht-Projektbeteiligten lesen und Ihnen ein Feedback dazu geben. So können Sie noch sicherer sein, dass Sie verständlich und nachvollziehbar den Projekt-Scope definiert haben.

Herzlichen Glückwunsch!
Den gefährlichsten aller Stolpersteine haben Sie damit schon erfolgreich ausgemerzt.

Out-of-Scope nicht klar definiert

Die ideale Ergänzung zur Definition des Projekt-Scopes ist eine klare Distanzierung von Aspekten, die Sie auf gar keinen Fall im Rahmen des Projektes umsetzen werden. Bei unserer Kleinwagen-Anforderung könnte das zum Beispiel sein, dass wir das Fahrzeug als Benziner konzipieren werden und nicht als Hybridfahrzeug mit Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb. Auch Schiebe-, Panorama- oder Cabrio-Dächer sollten ganz klar als „out of scope“ gekennzeichnet werden, wenn sie dies sind.

Investieren Sie auch in diesen Abschnitt Ihrer Projektkonzepts im Zweifel lieber etwas mehr Zeit.
Denn damit ersparen Sie sich selbst und Ihrem Auftraggeber viele nervenaufreibende Diskussionsrunden und können sich viel entspannter auf den eigentlichen Projektauftrag konzentieren. Also eine Win-Win-Situation!

Der Betriebsrat wurde nicht (frühzeitig) eingebunden

Viele Stolpersteine lassen sich organisatorisch lösen...
Viele Stolpersteine lassen sich organisatorisch lösen…

Ja, auch das ist einer der Stolpersteine, die ziemlich exitös für Ihr Projekt daher kommen können. Gleichzeitig ist er aber auch oftmals am einfachsten zu vermeiden. Die Mitbestimmungspflicht eines Betriebsrates ist bei Änderungen an einem IT-System „quasi gesetzt“, sodass ich Ihnen empfehlen würde, ihn immer sehr frühzeitig ins Projekt mit einzubinden oder zumindest zu informieren. Sobald Sie wissen, wie die Zielprozesse, die mit Ihrem Projekt umgesetzt werden sollen, aussehen, können Sie ihn eigentlich schon „zum Tanz bitten“.

Da Sie sicherlich ohnehin schon eine nach dem KIS- oder KLV-Prinzip aufbereitete Präsentation für die Projektsponsoren vorbereitet haben, können Sie diese mit wenig Aufwand auf die konkreten Änderungen für die betriebsrätlich umsorgten Anwender reduzieren. So rückt die Unterstützung durch den Betriebsrat in sehr greifbare Nähe. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass Sie nicht mit unliebsamen Überraschungen aus dieser Richtung bei einer Inbetriebnahme der neuen Prozesse rechnen müssen.

Je nach „Gusto“ und Parallelkonflikten im Unternehmen kann ein Betriebsrat nämlich recht empfindliche Maßnahmen verhängen, die bis zum Stop der Einführung gehen können. Sozusagen die ultimative Autokralle des Projektfortschritts.

Revisionsaspekte nicht beachtet

Ihr Unternehmen verfügt sicherlich über einen internen Revisionsbereich.
Warum also sollten Sie sich nicht schon während des Projektes auf eine oftmals gefürchtete und überraschende Revision vorbereiten?
Und wer hat am meisten Ahnung von Revisionsthemen und deren Fokus?
Genau: der Revisionsbereich selbst!
Was läge also näher, als ein paar freundliche Inquisitoren, pardon, Revisionsverständige aktiv einzuladen, um Ihnen Ihr Konzept vorzustellen? Dass dann natürlich keine konkreten Ratschläge á la „diesen Aspekt müssen Sie aber so umsetzen“ oder „hier haben Sie noch einen falschen Ansatz gewählt“ dabei heraus kommen, ist ja klar. Aber ein grundsätzliches Feedback dazu werden Sie sicherlich erhalten.

Und machen wir uns doch nichts vor – wir sitzen alle im selben (Unternehmens)Boot!
Es dürfte nicht der Ansatz einer internen Revision sein, Sie ins offene Messer laufen zu lassen.
Das wäre nämlich nicht gerade im Sinne des Unternehmens und Sie hätten dann sicherlich sehr nachvollziehbare Gründe, sich beim Vorstand darüber nachdrücklich zu beschweren.

Wenn der Groß-Inquisitor auf eine Daumenschraube zu Besuch kommt…

Ich selbst habe leider schon ein sehr unprofessionelles Polizeiverhör mit der Revision erleben „dürfen“. Dabei fühlte ich mich wie in einem schlechten CSI-Abklatsch mit exorbitant weniger Professionalität bei den „Interviewpartnern“ aber ähnlich martialischer Verhörtaktik wie bei den medialen Vorbildern. So stelle ich mir auch die mittelalterliche Inquisition vor: sadistisch veranlagt und vollkommen willkürlich.

Nachhaltig entsetzt war ich jedoch von dem mir zugewiesenen Revisor, der sich mit mir eine technische Anomalie ansah. Ein Fehler war aufgetreten und wir explorierten ein Logfile dazu. Immer wieder stand darin etwas von „.groovy:46“. Allerdings nur, da der Fehler mehrfach an ein und derselben Stelle im Programm aufgetreten war. Rückschlüsse auf ein Schema oder gar die Ursache konnten daraus nicht ermittelt werden. Es ist ein wenig so, als könnten Sie kein Deutsch sprechen oder verstehen, würden aber versuchen, Fehler in der deutschen Grammatik und Interpunktion aufzudecken. – Kurzum ein hoffnungslos zum Scheitern verurteiltes Unterfangen!
Und so ein „Sachverständiger“ mit ohne Ahnung von der Materie soll dann eine technische Revision durchführen…
…da hilft nur viel Geduld und Baldrian-Tee…

Aber wie schon geschrieben gehört eine Revision ganz klar zu den Stolpersteinen, die man im Vorfeld bzw. frühzeitig im Projekt bereits aus dem Weg räumen kann – mit einer aktiven Rücksprache mit der Revision.

Erwartungshaltung nicht definiert und kommuniziert

Vorbildlich klar kommunizierte Erwartungshaltung
Vorbildlich klar kommunizierte Erwartungshaltung

Au weia!
Diesen Fauxpas sollten Sie sich definitiv sparen, denn er kann Ihnen Ihre Projektsuppe ganz schön versalzen!
„Erwartungshaltung“, das hört sich so einfach, fast schon banal, ja, eigentlich selbstverständlich an. Und doch ist sie einer der Stolpersteine, die genau deshalb gerne übersehen werden.

Was erwarten Sie von den Projektbeteiligten?
Und was erwarten die Beteiligten von Ihnen?
Wenn Sie nicht schon zu Beginn des Projektes – zum Beispiel beim Kick-Off – Ihrem Projektteam vermitteln, dass Sie eine aktive Mitarbeit, zeitnahe Kommunikation und Verfügbarkeit erwarten, können Sie sehr schnell sehr unangenehm überrascht werden. Plötzlich fehlen Ihre Ansprechpartner, wenn Sie Prozessdetails klären müssen, da sie in anderen Projekten oder im Tagesgeschäft untergetaucht wurden. Andere kommen kurz vor den Schulungen auf Sie zu und wundern sich, warum Sie keine Schulungsunterlagen erstellt haben. Sie sind allerdings genauso verwundert, da Sie davon ausgingen, dass genau diese „anderen“ sie erstellen würden.

Das haben Sie nun davon

„ICH soll testen?!? – Das haben Sie mir ja überhaupt nicht gesagt! Ich dachte SIE wollten das machen. Dafür habe ich doch gar keine Zeit!“
Auch das kann übel enden.
Nicht weniger übel ist auch dieser Satz: „Nein, eine Prozessdokumentation haben wir nicht angefertigt. Wir dachten, Sie wollten das machen.“

Dabei ist es doch so einfach, diesen unnötigsten aller Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Gewöhnen Sie sich doch einfach an, bei jedem relevanten Aspekt im Projekt Ihre Erwartungshaltung zu kommunizieren und das Ergebnis zu fixieren. Sie müssen das ja gar nicht nach dem Schema „Ich erwarte von Ihnen, dass Sie dieses oder jenes machen.“ formulieren, sondern können ja auch Empfehlungen aussprechen und auf diese Weise entsprechend steuernd eingreifen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass diesbezüglich eine klare Kommunikation stattfindet.
Finden Sie dabei für sich genau den Weg, der zu Ihnen und Ihrem Projekt passt und für alle Beteiligten am effizientesten ist. Ob das nun per E-Mail, Telko oder OP-Liste ist, bleibt dabei Ihnen überlassen. Wenn es sich für Sie „richtig anfühlt“ und funktioniert, dann haben Sie einen Stolperstein weniger im Projektmanagement!

Keine klaren Zuständigkeiten definiert und kommuniziert

Saubere Information - Fragezeichen-Killer Nummer 1!
Saubere Information – Fragezeichen-Killer Nummer 1!

Dieser Punkt schlägt in eine ähnliche Kerbe wie die Erwartungshaltung.
Er geht aber noch einen Schritt weiter, denn Sie definieren hierbei ganz konkret und schriftlich fixiert, wer für welchen Projektaspekt verantwortlich zeichnet. Dies können dabei fachliche und disziplinarische Zuständigkeiten gleichermaßen sein.

Wer ist wofür der Ansprechpartner?
An wen wird der Projektstatus berichtet und wohin wird im Zweifel eskaliert?
Wenn das Budget nicht ausreicht, wer sorgt dann für „Nachschub“?
Auch die Trennung in fachlich und technisch ist dabei durchaus sinnvoll, da in der Regel fachliche Vorgaben definiert und dann technisch realisiert werden.

Es bringt niemandem im Projekt etwas, wenn man sich ohne klare Zuständigkeiten regelmäßig den „schwarzen Peter“ hin und her schiebt.
Machen Sie es lieber gleich richtig und sparen Sie sich und allen Beteiligten diesen Grabenkrieg.
Sorgen Sie direkt zu Beginn des Projektes für klare Verhältnisse und fixieren Sie diese schriftlich – inkl. Bestätigung durch alle Beteiligten.

Die Ziel(prozess)e wurden nicht klar fixiert

Wie meinen Sie das, Sie wissen nicht, wo Ihre Projektreise hingehen soll?!?
Ich denke, wir sind uns einig, dass das schon einmal ein ziemlich schlechter Ausgangspunkt für ein Projekt wäre, oder?
Noch schlimmer wäre es allerdings, wenn Sie zum Beispiel fünf Projektbeteiligte nach den Projektzielen fragten und daraufhin fünf vollkommen unterschiedliche Antworten erhielten!

Wenn kein einheitliches Bild von den Projektzielen herrscht, haben Sie gleich mehrere Stolpersteine auf einmal aus dem Weg zu räumen. Hatte der eine Mitarbeiter noch gedacht, der Kleinwagen sollte möglichst viel Motorleistung beherbergen, so fängt der andere schon damit an, am Motorraum zu sparen, da er mit einem spritsparenden 2,9-Liter-Auto ins Projektziel einfahren möchte.

Dieses natürlich dezent übertriebene Beispiel zeigt sehr schön, weshalb man die Projektziele und Prozesse klar definieren, fixieren und kommunizieren sollte. Und das idealerweise zu Projektbeginn im Fachkonzept bzw. Projektsteckbrief!
Schon sind alle deutlich näher bei einander und in derselben Richtung unterwegs – und können gemeinsam an den gleichen Projektzielen arbeiten!

Testkonzept nicht erstellt

Ja, ja, ich weiß, das ist so ziemlich das letzte, mit dem man sich im Projektmanagement gerne beschäftigt.
Selbst „Dokumentation“ klingt dagegen wie pure Glückseligkeit und aufregender Abenteuerspielplatz!
Aber seien wir doch mal ehrlich. Ohne Konzept zu testen ist in etwa so erfolgversprechend wie eine brennende Kerze mit Benzin zu löschen.

Stolpersteine gibt es ja wie Sand am Meer, aber dieser hier ist einer der gefährlichsten Stolpersteine!
Einfach schon deshalb, da er meistens gar nicht übersehen wird, sondern heimlich und vorsätzlich „geopfert“.
„Es blieb leider wirklich keine Zeit mehr für ein vernünftiges Testkonzept! Ehrlich!“
Pah! Das können Sie sich doch noch nicht einmal selbst im Spiegel weismachen!

Vielleicht fällt es Ihnen leichter, diese unliebsame Aufgabe anzugehen, wenn Sie sich das Folgende bewusst machen:
Das Testkonzept bildet nicht nur die Basis für die IT- und Fachbereichstests innerhalb des Projektes, sondern ist gleichzeitig auch der Grundpfeiler für die weitere Entwicklung der Prozesse und Systeme!
Bei jeder Änderung oder Erweiterung können Sie anhand des Testkonzepts die Korrektheit der bestehenden Prozesse überprüfen, wobei Sie es natürlich auch gleich um die neuen Aspekte erweitern sollten. Aber das ist dann ja kein großer Akt mehr und schnell erledigt.
Versuchen Sie es doch einmal. Sie werden sehen, dass es gar nicht so schlimm ist und Ihnen viele Vorteile bietet.

Wenn Sie zum Beispiel die verschiedenen Prozesse mit den zugehörigen Testfällen und Systemen verknüpfen, können Sie bei Änderungen an einer dieser Aspekte direkt die betroffenen und somit zu testenden Fälle ermitteln. Das wiederum hilft Ihnen dabei, den Testaufwand so gering und zielgerichtet wie möglich zu gestalten!

Schulungen? – So ein Quatsch! Das System ist doch vollkommen selbsterklärend!

Gut geschult ist halb gewonnen!
Diese Maxime hat leider immer noch nicht jeder verinnerlicht.
Erwarten Sie nicht zu viel von den Anwendern – und das meine ich weder negativ noch abwertend!
Sie sind doch jetzt schon so weit gekommen und da wollen Sie sich doch bestimmt nicht noch auf der Zielgeraden in die Parade fahren lassen, oder?

Na dann runden Sie Ihr Projekt jetzt doch noch professionell mit zielgruppengerechten Schulungen ab!
„Zielgruppengerecht“ ist dabei tatsächlich auch das Schlüsselwort. Anwendern am Ende einer Prozesskette müssen Sie nicht unbedingt haarklein alle Details vom Anfang des Prozesses erläutern. Das wird in den meisten Fällen nur zu ausgiebigen Gähn-Chören und Power-Naps führen. Zielführender ist in diesen Fällen sicherlich, einen groben Prozessüberblick zu gewähren und sich dann auf den für den „Schüler“ relevanten Teil zu fokussieren. Ihr Auditorium wird sich mit gesteigerter Aufmerksamkeit und klarem Prozessverständnis bei Ihnen bedanken.

Also lassen Sie sich nicht beirren und sparen Sie nicht am falschen (Projekt)Ende.
Schulungen sind Ihr Schlüssel zu den Anwendern und geben Ihnen nicht nur die Möglichkeit, direktes Feedback zu Ihrem „Baby“ zu erhalten. Zusätzlich können Sie auch gezielt Verständnislücken bei den Anwendern schließen und so Akzeptanz und Zufriedenheit signifikant und nachhaltig steigern. Machen Sie also von diesem wichtigen Werkzeug gegen die gefürchteten Stolpersteine regen Gebrauch.

P.S.: Sie können natürlich auch nach einem Go Live Auffrischungsschulungen oder gar Vertiefungsschulungen durchführen. So können Sie auch sehen, welche Aspekte vielleicht noch verbessert werden müssen und wie die Anwender mit Ihrem System umgehen. Für mich immer wieder eine sehr spannende Erfahrung!

Zielgruppe wurde nicht mit einbezogen

Versetzen Sie sich in Ihre Zielgruppe, um tierische Fehlbedienung zu vermeiden!
Versetzen Sie sich in Ihre Zielgruppe, um tierische Fehlbedienung zu vermeiden!

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen von heute auf morgen eine neue Software mit der Sie ab sofort arbeiten sollen. Während Sie sich noch abmühen, überhaupt erst einmal die Software zu finden und ins System zu kommen, steigt nicht gerade ein Begeisterungssturm in Ihnen auf. Sind Sie dann endlich drin, stellen Sie fest, dass die Art und Weise mit der Sie im System arbeiten sollen überhaupt nicht zu Ihren gelebten Prozess(schritt)en passt! Wenn der Urheber dieses Martyriums Glück hat, erhält er von Ihnen direkt eine konstruktive Kritik und ein Angebot, sich gemeinsam mit Ihnen über die Software zu unterhalten.
Wie gesagt: wenn er Glück hat!

Viele haben bei dieser Einführungsweise einer neuen Software nicht die Professionalität, zeitnah eine konstruktive Kritik in Richtung des Projektverantwortlichen zu äußern. Stattdessen umschreibt der Begriff „Shitstorm“ ihre wahrscheinliche Reaktion wohl treffender.
Viel zu oft habe ich solch negative Mund-zu-Mund-Propaganda schon beiläufig mitbekommen.
Erst einmal begonnen, kann sich diese Art der negativen Resonanz schnell verselbständigen – und ist dann nur schwer auszumerzen.

Statt einem Shitstorm lieber Begeisterungsstürme!

Wenn Sie sich immer noch nicht sicher sind: (Rück)Fragen stellen!
Wenn Sie sich immer noch nicht sicher sind: (Rück)Fragen stellen!

Deshalb kann ich Ihnen nur empfehlen, auch die Endanwender (oder zumindest eine repräsentative Vertretergruppe) so frühzeitig wie möglich in Ihr Vorhaben einzubeziehen. Wenn Sie es schaffen, Ihre Zielgruppe begeistert abzuholen, stehen die Chancen gut, dass diese Personen als positive Multiplikatoren auch die übrigen Anwender von der Software überzeugen. Und das bringt letztendlich das beste Ergebnis!

Ja, ich weiß, diese Vorgehensweise bedeutet einen gewissen Mehraufwand und es kommen sicherlich auch ein paar „kreative Köche“ hinzu. Diese kommen aber früher oder später sowieso ins Spiel. In meinen Augen ist es deutlich besser, sich frühzeitig mit ihnen auseinander zu setzen und konstruktive Kritik einfließen zu lassen, als das „Kind“ später aus dem Brunnen zu angeln.

Getreu dem Motto „früh gestolpert aber nicht gesteinigt“ können Sie sich diesem Haudegen aus dem berüchtigten Kreise gefährlicher Stolpersteine entgegenstellen – und werden ihn sicherlich erfolgreich überwinden!

Projektplan nicht erstellt, aktuell oder abgestimmt

Sie haben einfach keinen Plan – und das im wahrsten Wortsinn!
Das bedeutet, Sie haben keine vernünftige Grundlage für die Abstimmung der verschiedenen Projektphasen mit dem Projektteam.
Und auch selbst nicht wirklich nachvollziehbare zeitliche Eckdaten.
Wo soll das nur hinführen?!?
Das kann ich Ihnen sagen!
Auf direktem Wege ins berüchtigte Chaotistan, dem Land der Stolpersteine und Projektfriedhöfe.
Direkt hinter den sieben Müllbergen unerledigter Aufgaben und den Tälern des Kontrollverlusts gelegen, hören Sie die verzweifelten Stimmen gestrandeter Projektleiter schluchzen: „Ach, hätte ich doch nur einen vernünftigen Projektplan erstellt…!“

Stolpersteine sind ja halb so schlimm, wenn man sie (frühzeitig er)kennt und ihnen mit geeigneten Gegenmitteln begegnet.
Und einen Projektplan zu erstellen und aktuell zu halten, das sollte für jeden Projektleiter eine lösbare Aufgabe darstellen. Es gibt so gut wie in jedem Unternehmen ein brauchbares Beispiel-Template dazu, das man mit Leben füllen kann. Nach zwei bis drei Diskussionsrunden im Projektteam erhält man dann eine verständnisfördernde Visualisierung der Projektphasen und -tätigkeiten – und kann und sollte diese dann auch stetig aktuell halten. Ein Projekt entwickelt sich ja schließlich auch mal anders als geplant…

Gepaart mit weiteren Werkzeugen des Projektmanagements wie z.B. Feinkonzept, Prozessbeschreibungen, OP-Listen oder Workshops kommen Sie Ihrem Projekterfolg ein riesiges Stück näher. Herzlichen Glückwunsch! 🙂

Notwendige Projektbeteiligte wurden nicht involviert

Stellen Sie sich einmal vor, in Ihrem Unternehmen würde jemand eine neue Projektplanungssoftware einführen wollen.
Es werden sich die tollsten funky Features überlegt und im stillen Nerd-Labor auch freaky umgesetzt.
Voller Stolz und Inbrunst werden dann am großen Tag des Go Live die digitalen Hüllen fallen gelassen und das System präsentiert.
Viele Ahs und Ohs und Wows verhießen ein wahres Freudenfeuerwerk auf Anwenderseite und der Chefetage.

Bis, ja, bis man die erste Abrechnung und Fakturierung aus dem System haben wollte.
Dann nämlich fiel völlig überraschend auf, dass man die Anbindung ans ERP gar nicht abgestimmt hat.
Grundsätzlich hat man natürlich daran gedacht, dass eine integrierte Schnittstelle dorthin implementiert werden muss.
Jedoch wurden die Verantwortlichen der Systeme überhaupt nicht involviert – und damit auch nicht deren notwendige Expertise auf diesem Gebiet.

Das Ende vom Lied können Sie sicherlich erahnen: ein Bilderbuch-Rohrkrepierer!
Es ist so ein bisschen wie bei einer unerfahrenen Schiffsbesatzung.
Wenn die Mannschaft hinten die Segel setzt und vorne freudig geankert wird, dann kann eigentlich jeder Kapitän lieber proaktiv über die Planke gehen.

Natürlich konnte auch dieser Rohrkrepierer noch gerettet werden, aber das Ansehen des Projektleiters im Unternehmen hat darunter sehr gelitten.

Tun Sie also lieber sich und Ihrem Projektteam den Gefallen und schauen Sie auch über Ihren (Projekt)Tellerrand. Klopfen Sie lieber an zu vielen Türen potentiell beteiligter Personen, bevor Ihr Ruf in Ihrem Unternehmen durch solch grobe Fahrlässigkeit ruiniert wird. Das Klopfen und Fragen und Einbeziehen ist gegen diesen Stolperstein nämlich ebenso einfach wie effektiv!

Wichtige Verantwortliche scheiden aus dem Projektteam oder Unternehmen aus

Das ist sicherlich die unvorteilhafteste Situation, bei der Sie nicht einmal so richtig viel machen können. Ist der „Kopf der Bande“ weg oder ein wichtiger Sponsor verlässt das Unternehmen, so müssen Sie Ihren Projektauftrag und die zu erreichenden Ziele oftmals noch einmal komplett infrage stellen lassen. Das beste Gegenmittel gegen diesen Stolperstein ist eine gute Vorbereitung und Anforderungsdefinition – inklusive Motivation und Zielen!

Haben Sie auch noch eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung erstellt, stehen die Chancen trotz Personalveränderung sehr gut, dass Sie Ihr Projekt dennoch erfolgreich zuende führen können.

Quintessenz

  • Immer schön im Blick behalten: die Quintessenz!
    Immer schön im Blick behalten: die Quintessenz!

    Erstellen Sie eine kleine Checkliste aus diesen Punkten und haken Sie sie während Ihres Projekts einfach nach und nach ab – dann überspringen Sie hoch-professionell und erfolgreich die schlimmsten Stolpersteine im Projektmanagement!

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